Maschinistenübung: Technische Hilfeleistung bei einem Arbeitsunfall
6. September 2026
Ein gekippter Kompaktlader, zwei eingeklemmte Personen und auslaufender Treibstoff forderten die Maschinisten bei einer anspruchsvollen technischen Rettungsübung.
In dieser Woche absolvierten die Maschinisten der Feuerwehr Matzingen-Stettfurt eine praxisnahe Weiterbildung zum Thema «Technische Hilfeleistung bei einem Arbeitsunfall». Angenommen wurde ein Zwischenfall beim Beladen eines Lastwagens: Ein Kompaktlader (Bobcat) musste wegen eines plötzlich vor die Maschine tretenden Kindes ein abruptes Bremsmanöver einleiten, kippte nach vorne und überschlug sich. Die Lage vor Ort gestaltete sich komplex – das Kind war unter der Ladeschaufel eingeklemmt, während sich der Fahrer mit Verdacht auf ein Schädel-Hirn-Trauma nicht mehr selbstständig befreien konnte. Durch auslaufenden Diesel entstand eine leichte Rauchentwicklung, zudem drohte Treibstoff in die Entwässerungsschächte zu gelangen.
Aufgrund der instabilen Endlage des umgestürzten Fahrzeugs ordnete die Einsatzleitung prioritär die umfassende Sicherung an. Mittels der Seilwinde des Rüstfahrzeugs sowie eines Habegger-Seilzugapparats ab dem Tanklöschfahrzeug (TLF) wurde der Lader stabilisiert. Parallel dazu erstellte die Mannschaft den dreifachen Brandschutz und dichtete die umliegenden Platzentwässerungsschächte ab, um eine Gewässerverschmutzung zu verhindern. Unter Einhaltung sämtlicher Sicherheitsabstände konnten beide Patienten anschliessend schonend geborgen werden.
Eine wichtige Erkenntnis ergab sich während des Anhebens: Der Sicherheitsbeauftragte stellte fest, dass sich die Hydraulikzylinder der Schaufel im drucklosen Zustand leicht bewegten. Durch sofortiges Abspannen mit Spanngurten und fortlaufendes Unterbauen der Schaufel wurde die Konstruktion nachgesichert – ein lehrreiches Detail, das den hohen Wert solcher Fachübungen für den Ernstfall unterstreicht.










