Einsatzübung: Balkonbrand mit Ausbreitung
Am Dienstagabend, 3. März 2026, rückte die Feuerwehr Matzingen-Stettfurt zu einer Einsatzübung an der Juchstrasse aus. Das Szenario eines Balkonbrandes mit mehreren eingeschlossenen Personen und einem medizinischen Notfall innerhalb der Truppe forderte von den Einsatzkräften ein schnelles und koordiniertes Vorgehen unter realitätsnahen Bedingungen.
Wie bei einem echten Ernstfall wussten die Angehörigen der Feuerwehr (AdF) – mit Ausnahme der Übungsleitung und der Figuranten – nicht, was sie an diesem Abend erwarten würde. Um 19:30 Uhr erfolgte die Alarmierung mit der Meldung über den Brand eines Gasgrills auf einem Balkon, der bereits auf das Obergeschoss übergriff. Beim Eintreffen der ersten Kräfte zeigte sich eine starke Rauchentwicklung sowie ein offenes Feuer im Bereich der westlichen Balkone. Besonders kritisch war die Lage für zwei eingeschlossene Personen: Eine Person rief im dritten Obergeschoss an einem Fenster der Nordostseite um Hilfe, während eine weitere Person im zweiten Obergeschoss an der Südwestseite in Richtung Frauenfelderstrasse auf sich aufmerksam machte.
Unmittelbar nach der Erkundung durch die Offiziere konzentrierten sich die Einsatzkräfte an der Front auf die Menschenrettung und die unmittelbare Schadenminderung. Gemäss TLF-Standardeinsatz wurden zur Brandbekämpfung Druckleitungen an der Nordost- und Nordwest-Fassade in Stellung gebracht, während gleichzeitig der Hochleistungslüfter vor dem Eingang platziert wurde, um die Rettungswege rauchfrei zu machen. Parallel dazu positionierte die Mannschaft die Auszugleitern an den Fenstern der eingeschlossenen Personen und hielt kontinuierlich Kontakt zu ihnen.
Die Rettung verlief erfolgreich: Die Person im 3. OG wurde sicher durch das Treppenhaus ins Freie geführt, während die Person im 2. OG durch einen Atemschutztrupp über die Leiter gerettet wurde. Zudem konnte ein Hund wohlbehalten aus dem Keller evakuiert werden. Für die abschliessende Durchsuchung der Räume nach weiteren Personen musste eine verkeilte Türe mittels Pioniermaterial aufgebrochen werden.
Parallel zu den Arbeiten am Objekt wurden im rückwärtigen Raum die notwendigen Strukturen geschaffen, um den Einsatz sicherzustellen. Die Führungsunterstützung richtete den Führungsstandort ein, um den Einsatz zentral zu koordinieren, während ein weiterer Offizier den Atemschutzpool aufbaute und in Betrieb nahm.
Der Verkehrszug übernahm die komplette Sperrung der Juchstrasse und brachte aufgrund der starken Rauchentwicklung eine zusätzliche Signalisation auf der Frauenfelderstrasse an. Die Sanität übernahm die medizinische Erstversorgung der beiden Geretteten (Verdacht auf Rauchgasvergiftung) sowie eines durch die Übungsleitung supponierten verunfallten AdF und betreute diese aufmerksam bis zum Eintreffen der Rettungswagen.
Nach der erfolgreichen Brandbekämpfung und der Sicherung des Gebäudes konnte die Übung mit positiver Bilanz abgeschlossen werden. Solche Übungen sind essenziell, um die Zusammenarbeit der verschiedenen Spezialisten unter Zeitdruck zu festigen und die Einsatzbereitschaft für die Bevölkerung sicherzustellen.